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Bewahre uns vor Leuten, die Regie über unser Leben führen möchten.

 

nach Peter E. Schumacher (1941-2013), Publizist

 

Von bissigen Büchern

Ausgesprochen wortgewaltig

Der große, große Büchermarkt und seine besonderen Leckereien, die jeder liest oder zumindest jeder kennt. Warum also nicht einmal abseits der Trampelpfade schauen? Und da waren sie - diese pinkfarbenen Lippen!

Vollkommen unvoreingenommen von Titelei ran ans Werk. Überraschungsfaktor! Doch das Freudige verging mir bald und ich verstand das Cover ...
Das Buch ließ mich einfach nicht mehr los und ich wollte unbedingt mit der Autorin ein paar Worte wechseln. Ob das wohl ginge? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und ich konnte mit IHR sprechen! Aufgeregt war ich, ich geb´s zu, aber das war mir dieses ergreifende Thema einfach wert!

Am Dienstag, den 29. Mai 2012 traf ich dann auf meine erste Autorin in einem Café.

[...]

Frau Lindner, ich habe Ihr Buch gelesen und war betroffen. Wo sehen Sie für sich persönlich den Schwerpunkt in „Ausgesprochen wortgewaltig“?
Sam M.Lindner:  Das Buch spricht lediglich Klartext über persönliche Frauengeschichten, ihre Wahrnehmungen und Gefühlsphasen, in denen sie sich innerhalb dieser Beziehungen befinden und bewegen. Und es zeigt auf, dass sich jede Frau dringend aus einer solchen Beziehung lösen sollte, da diese verbale Gewalt leider oft erst der Anfang einer weiteren Gewaltspirale ist.

Es gibt schon einige Bücher zu diesem Thema…
Lindner:  ... na klar, aber „Ausgesprochen wortgewaltig“ ist eben speziell für Frauen geschrieben, die sich in einer Beziehung befinden, in der sie tagtäglich den Verbalattacken ihres Partners ausgesetzt sind. Sie sind völlig verunsichert und wissen nicht, wie sie da herauskommen sollen. Die meisten Frauen sind Schritt für Schritt immer weiter in diese missliche Lage hineingeraten und fühlen sich oft allein gelassen. Sie trauen sich nicht, mit jemandem darüber zu sprechen.

Aus welchen Gründen verschließen sich die betroffenen Frauen? Ich bin Mann, bitte sehen Sie mir diese Frage nach.
Lindner: Herr Müller, da gibt es viele Gründe, die Frauen in so einer Lage beeinflussen. Die Frauen haben Angst davor, sich zu outen, weil ihre Umgebung negativ reagieren könnte. Sie bewahren nach aussen den Schein einer harmonischen Partnerschaft, um ihre bisherige Existenz nicht zu verlieren. Kaum jemand weiß, welche Dramen sich in Wirklichkeit bei ihnen zuhause hinter verschlossenen Türen abspielen. Oft ist eben die größte Blockade die eigene Scham, die nur schwer überwunden werden kann. Es gibt auch Frauen, deren Selbstwertgefühl dermaßen gering ist, dass sie das alles jahrelang ertragen. Eines haben aber alle gemeinsam: sie sitzen alle zusammen in einem Boot, das früher oder später untergehen wird.

Welche Frauengeschichte im Buch hat Sie selbst am meisten berührt?
Lindner: Schwer zu sagen, da ich zu allen Frauen einen intensiven Kontakt hatte - ich kann nicht sagen, die eine Geschichte wäre tragischer gewesen als die andere. Alle Frauen haben im Grunde genommen das Gleiche erlebt, gingen aber unterschiedlich damit um. Ich traf auf total unterschiedliche Charaktere, die sich nicht miteinander vergleichen lassen.

Mir ist aufgefallen, Frau Lindner, dass man in Ihrem Buch vergeblich nach psychologischen Hintergründen der Täter sucht …
Lindner: Der Focus sollte nicht auf die Täter gerichtet werden, das wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Die betroffene Frau soll nicht primär verstehen lernen, warum ihr Partner so tickt, sondern es ist für sie lediglich wichtig, dass sie sich aus dieser scheinbaren Liebe befreit, die geprägt ist von Macht und Gewalt. Es trifft leider auch viele Kinder, die sich in solch einer Familiensituation befinden und sich nicht wehren können - das wird oft vergessen.

Was raten Sie den betroffenen Frauen?
Lindner:  Den Blick wieder auf sich selbst zu richten, sich darüber klar zu werden, dass sie sich in einer Situation befinden, die alles andere als annehmbar ist. Dass sie Verantwortung tragen und ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen sollten, auch, wenn es ein für sie schwerer Weg ist. Ihre eigene Wahrnehmung hat sich auf Grund der ständig ertragenen Verbalattacken schon dermaßen verschoben, dass diese Frauen oft nicht mehr fühlen können, was für sie richtig oder falsch sein soll. Sie sind traumatisiert, es sind die Folgeschäden, die viele noch jahrelang mit sich herumtragen. Eine geeignete Therapie kann ihnen bewusst machen, warum sie in diese Täterfalle getappt sind. Es sind übrigens nicht nur Frauen, die sich bereits aus Gewaltfamilien heraus für den falschen Mann entscheiden, das ist nur ein Vorurteil.

„Ausgesprochen wortgewaltig“ hat auch schon harte Kritik bekommen, wie gehen Sie damit um?
Lindner: Kritik bekommt man nur, indem man etwas tut. Everybody´s darling zu sein, liegt mir nicht am Herzen. „Ausgesprochen wortgewaltig“ ist auf eine Art und Weise geschrieben, die sich von anderen Frauenratgebern unterscheidet. Der Hauptfaktor für mich ist, dass sich in den Köpfen der betroffenen Frauen etwas bewegt, alles andere ist für mich sekundär.

Wie haben eigentlich Männer auf Ihr Buch reagiert? Ich meine, Sie sehen ja meine Reaktion auf Ihr Buch, und mein Wunsch mit Ihnen noch einmal persönlich zu sprechen, aber das ist sicher nicht der Standard, oder?
Lindner: Erstaunlicherweise vorwiegend positiv. Da das Buch aber sehr speziell ist, haben es vermutlich weniger Männer als Frauen gelesen. Ein Leser hat mir zum Beispiel geschrieben, dass er die Thematik einfach „umgedreht“ hat, da er selbst von verbaler Gewalt in der Partnerschaft betroffen ist. Somit wurde aus einem Frauenbuch eben mal ein Männerbuch ... aha, ich lerne also nie aus. Und ich bekam schon Feedbacks von Männern, die selbst als betroffene Kinder solche Familiensituationen erlebt haben. Aber hauptsächlich bekomme ich Post von Frauen, die mir ihre eigenen Geschichte erzählen. Das meiste läuft hinter den Kulissen und ich respektiere das auch.

Frau Lindner, gibt es noch ein weiteres Buchprojekt von Ihnen, das dieses Thema behandelt?
Lindner:  Nein, ich arbeite gerade an Scripts, die andere Themen beinhalten. Was ich allerdings noch loswerden möchte: Die verbale Gewalt, egal, ob in der Familie, im Job, in der Schule und Co. wird teilweise noch stark unterschätzt, obwohl schon vieles darüber veröffentlicht wurde. Noch immer scheint es, als wäre die verbale Gewalt für viele Menschen lediglich eine harmlose Form der Gewalt.  Sorry, aber „Ausgesprochen wortgewaltig“ ist meine Antwort darauf, nicht mehr und nicht weniger.

[...]

 

Eine neue Sicht der Dinge hat sich bei mir eingestellt, das habe ich nach dem Gespräch mit Frau Lindner spüren können.

Mal schauen, welches Cover mir als nächstes ins Auge fällt und was für ein Thema sich dahinter verbirgt. Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

Euer

Rüdiger Müller

Buchtester und technische Audienz

 

Lies das mal

 

Super guter GRUSEL - KRIMI !

 

Sechs

von Thomas Gast


Eine grausame Mordserie versetzt die Bevölkerung einer Kleinstadt in helle Aufruhr. Die Morde, jeder einzelne gleicht einem Horrorszenario, zeugen von abgrundtiefem Hass und von der ungezügelten Lust des Täters, seine scheinbar wahllos ausgewählten Opfer bis zum bitteren Ende leiden zu lassen.

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Dr. Nfish

Beim Niesen setzt das Herz aus.

Sind wir satt, hören wir schlechter.

Täglich atmet man ca. 700.000 eigene Hautschuppen ein.

Ein Blauwal-Herz ist so groß wie ein VW-Käfer.

 

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No. 4

Die große Oktoberrevolution in Rußland 1917 fand im November statt.

 

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