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Monatszitat

Bewahre uns vor Leuten, die Regie über unser Leben führen möchten.

 

nach Peter E. Schumacher (1941-2013), Publizist

 

Noch ein Sommärchen?


Ich bin ja schon lange aus der Fußballbegeisterungsphase heraus, die zugegeben einen langjährigen Teil meines Lebens geprägt hat, aber zu Großereignissen wie WM oder EM setze ich mich immer noch gerne vor den Fernseher. Ok, insofern mal eine deutsche Vereinsmannschaft ein europäisches Wettbewerbsfinale erreicht, schaue ich mir das auch an, aber gebracht hat das bisher nichts.

Naja, der letzte Nationalmannschaftssieg ist nun auch bereits 16 Jahre her, aber ich trage daran nicht die alleinige Schuld. Als ich mich noch mehr für Fußball interessiert hatte – so bis 1998 – da hat der deutsche Fußball tatsächlich mehr gewonnen. Jetzt verdient er dafür umso mehr Geld. Denn dabei war ich nie beteiligt; ich bin nie ins Stadion gegangen, habe Fußballspiele immer nur im freien Fernsehen geschaut (mit GEZ-Befreiung), die Angebote der Elektrofachgeschäfte (s. a. „Geschichten aus der Schattenwelt“) zum Erwerb eines angeblich preiswerten und zinslos finanzierbaren Großbildfernseher habe ich auch niemals wahrgenommen, mein Bier- und Chipskonsum hat sich zu solchen Anlässen auch nie gesteigert.  Böse Zungen könnten jetzt frech bemerken, dass das auch nicht steigerbar wäre, aber das ist natürlich Quatsch.

Heutzutage macht es sogar viel mehr Spaß, wenn man nur alle Jubeljahre mal Fußball guckt, finde ich. Ich finde so immer etwas Neues, wie zum Beispiel dass bei der Uefa jetzt die Bandenwerbung nur noch im Block verkauft wird – also einmal rund ums Stadion. Das ist ganz schön pfiffig, weil sich zum einen der Werbepartner dann nicht beschweren kann, dass seine Reklame längs zur rechten Eckfahne ja nie im Fernsehen gezeigt worden ist, andererseits werden Werbepartner wie „Rita’s Nagelstudio“ oder „Mannis’s Schnellimbiß“ gnadenlos von Global Players verdrängt, die dafür auch jeder Fernsehzuschauer kennt und für die unterbewusste Lust auf ein Glas kühler Kola oder eine pappwarme Analogfleischbrätlingssemmel sorgen kann. Außerdem haben jetzt die Stadien TFT-Anzeigen statt der guten alten Wechselbande, die glaube ich noch manuell von einem Teilzeitjobber umgekurbelt werden musste. Selbst in Polen und der Ukraine gibt es sowas, aber das wird vermutlich die knallharte Auflage der Uefa sein, die da der FIFA in nichts nachsteht. Wegen solcherlei Auflagen musste damals ja auch der Manni an dem sein‘ Schnellimbiß das Pepsicolaschild, das da seit 30 Jahren drangeschraubt war, abmachen, weil er in Sichtweite zu einem Austragungsstadion der WM 2006 („ein Sommermärchen!“) sein gastronomisches Gewerbe betreibt.

Dass jedes Land mit seiner dreistelligen international genormten Buchstabenkombination eingeblendet wird (ist sicher auch eine Auflage), finde ich auch sehr lustig, weil das zu hoch amüsanten Zufallskombinationen führen kann. Heute hatten wir DEN-GER (lustig) und POR-NED (noch lustiger), und letztens hat mich ein Freund mal gefragt, ob ich denn wüsste, was da links in der Ecke stände, wenn bei einer WM mal Nigeria gegen Deutschland spielt. Musste ich auch erst was nachdenken, bevor ich dann herzhaft gelacht hatte.  Dafür haben die gesteigerten technischen Möglichkeiten nicht unbedingt zu einem Mehrgewinn an nützlicher Info für den Fernsehzuschauer beigetragen. War es früher schon lästig, als dank der bei den Fernsehanstalten frisch eingeführten Personalcomputern jeder Kommentator, wenn ihm gerade nichts mehr einfiel, die Minuten an Ballkontakt im laufenden Spiel oder die nichtverwandelten Eckstöße seit Aufzeichnung der Eckstoßdaten wortreich zum Besten geben konnte, so wird jetzt auch noch gern alle paar Minuten – besonders gern bei vorübergehenden Spielstandsänderungen – eine aktualisierte Zwischenstandstabelle eingeblendet, damit man sich da nicht selber einen Kopp drum machen muss. Dabei ist es doch dank der blindwütig durchgezogenen Uefa-Regel (s. knallharte Auflagen) nun ja wirklich ganz einfach auch für den angetrunkenen Zuschauer, sich einen geistigen Überblick zu behalten. Denn die Tore zählen ja ohnehin nicht mehr, dafür gilt direkt nach dem Punktestand der direkte Vergleich. Wenn also eine Mannschaft zweimal 5:0 gewinnt und einmal 0:1 verliert, dann kann sie trotzdem noch als Drittplatzierter ausscheiden in der Vorrundenphase. Fies, oder? Deswegen machen die Sportmoderatoren immer gern und oft ihre Tabellen, sowohl für aktuelle Szenarien wie auch für theoretisch mögliche, denn da muss man scheinbar nicht viele Tasten für drücken und kann dabei sogar noch gut kommentieren. Wenn ich da dann bedenke, dass Deutschland weiland unter Ribbeck mit einer Niederlage und zwei Unentschieden noch in das Viertelfinale hätte einziehen können…

Auch wusste ich gar nicht, dass die Alternativgewandung der Holländer die Jägermeister-Uniform ist. Bis auf dem fehlenden Schriftzug dieses dem Fußballsport seit je her sehr verbundenem Spirituosenherstellers, der vermutlich der einzige Grund ist, keine drakonische Strafe inklusive Turniersperre von der Uefa zu bekommen, stimmt da echt alles am Look. Könnte auch ein Junggesellenkostüm sein. Eine Gruppe alkoholisierter Junggesellen hätte zudem auch nicht schlechter abgeschnitten als Holland bei dieser WM, mehr als dreimal verlieren können die auch nicht, und die Anzahl der Gegentore ist ja laut neuester Uefa-Statuten ohnehin egal, also zählt die auch niemand. Das gibt sicher mal wieder ordentlich Häme für dieses kleine Land mit seinen wenigen Einwohnern und der so fröhlich klingenden Landessprache. Ich finde das tragisch. Mir wäre lieber, die Holländer wären weiter und die Griechen draußen, denn die Griechen können es sich eher leisten, mal etwas zu sparen. Hotel- und Lebenskosten sind dieser Tage selbst in der Ukraine und Polen recht hoch, jedenfalls da, wo die Uefa das Sagen hat. Naja, aber man muss ja nicht alles sofort bezahlen, das wissen die Griechen immerhin. Und wenn die doch wieder Euro(!)pameister werden, dann gibt es ja auch eine Prämie von der Uefa, und irgendwer von der EZB guckt sicher auch Fußball.

Doch vermutlich sind wir Deutsche da dann auch wieder Schuld, dass Griechenland diese Prämie nicht zur Schuldentilgung verwenden kann, denn wenn alles hinhaut, schießen wir die ja im Viertelfinale schon raus. Da gibt es doch aber sicher auch eine kleine Prämie für, also für das Erreichen des Viertelfinales. Falls die nicht für irgendwelche Uefa-Strafen draufgegangen ist, zum Beispiel wegen Werbeaufdrücke auf Unterhosen. Da muss man auch drauf achten, was man drunter trägt. Bin mal gespannt, wann die Uefa endlich anfängt, die ganzen Tätowierungen der Spieler mal genauer in Augenschein zu nehmen, wenn da nicht auch reichlich Platz für Sponsorenplacement ist! Hauptsache, alle haben ihren Spaß, es geht ja beim Sport nun wirklich nicht ums Geld!

In diesem Sinne, ich sag mal bis zum Finale. Oder bis zur nächsten WM.

 

 

Lies das mal

 

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Sechs

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Eine grausame Mordserie versetzt die Bevölkerung einer Kleinstadt in helle Aufruhr. Die Morde, jeder einzelne gleicht einem Horrorszenario, zeugen von abgrundtiefem Hass und von der ungezügelten Lust des Täters, seine scheinbar wahllos ausgewählten Opfer bis zum bitteren Ende leiden zu lassen.

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Dr. Nfish

Beim Niesen setzt das Herz aus.

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Täglich atmet man ca. 700.000 eigene Hautschuppen ein.

Ein Blauwal-Herz ist so groß wie ein VW-Käfer.

 

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No. 50

Ein Esel versinkt in Treibsand, ein Maultier nicht.

 

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