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Monatszitat

Bewahre uns vor Leuten, die Regie über unser Leben führen möchten.

 

nach Peter E. Schumacher (1941-2013), Publizist

 

Heiter wird wolkig

„Die Telekom klaut“ – so hatte ich das vor einiger Zeit noch in Funk & fernsehen vernommen und mir gedacht, ja, das ist bekannt. Warum machen die deswegen extra noch Werbung? Schließlich erinnere ich mich immer noch ganz gut an die 3. Tranche ihres Börsengangs. Dann habe ich aber gesehen, dass die das ganz anders geschrieben haben, nämlich cloud. So hatte sich damals auch eine Bekannte von mir gern geschrieben, sie hieß aber Claudia und geklaut hat die eigentlich nicht viel. Dann fiel mir ein, dass sie das als Wortspiel gedacht hatte, denn auf englisch bedeutet dieses Wort nämlich Wolke.

Es gibt sogar Menschen, die diesen Namen haben, nämlich Wolke Hegenbarth, aber die ist damit auch nicht gemeint. Und die ist der einzige Mensch, der mir mit diesem Namen einfällt.
Bei den Neuen-Medien-Gesellschaften (Nennt man die eigentlich noch so? Wann wird aus neu denn alt?) zogen plötzlich überall Wolken auf, jeder hatte eine und wollte einen darin sublimieren, bzw. unsere Daten. Genau wie in der Chemie habe ich mir diesen Prozess wohl vorzustellen: Etwas Festes, das ich besitze – naheliegend auf einer FESTplatte – soll, um es mir mobil weltweit zugänglich zu machen und meine Festplatte zu entlasten, in etwas Gasförmiges, Nebulöses, Schwindhaftes verwandelt werden. Andere wildfremde Menschen können so quasi auch Zugang zu meinen Daten haben, aber das kann laut der Anbieter niemals geschehen, weil die Sicherung der Daten supersicher sei in Hinblick auf Missbrauch und Verlust. Da dies ja seit Anbeginn der Zeitrechnung auch noch niemals vorgekommen ist, dass solche Firmen schlampig gearbeitet haben, können wir dem wohl getrost Glauben schenken. Denn nach und nach boten so gut wie alle eine Claudia Wolke CLOUD an – Apple, Microsoft und auch Google, ebenjenes Unternehmen, das der Medienwelt aus reiner Gutherzigkeit und Prasssucht die Betriebssystemplattform android geschenkt hatte.

Ganz neu ist die Funktionalität dieses Cloudgedanken auch nicht einmal:  jeder, der ein Emailaccount bei einem kostenlosen Anbieter benutzt  - also beispielsweise Google, Yahoo, Aol, um nur einige zu nennen – speichert seine Mails, die er sendet und empfängt nebst sämtlicher Anhänge dezentral auf derem Server und kann sie an jedem Ort mit Internetzugang abrufen, sofern er seine Accountbezeichnung und sein Passwort (oder die Angaben von seinem Lebenspartner, Arbeitskollegen, Nachbarn irgendwie erfahren hat) einzugeben in der Lage ist. War ja auch ganz praktisch, denn man konnte sich selber überlegen, ob und inwiefern man diese Speicherung nutzen will. Ich kann wahlweise alle meine Mails immer löschen und es ist meine private Fleißangelegenheit, ob ich in den Kontaktlisten der Mailanbieter alle meine Freunde und Kollegen einpflege, damit diese für alle Zeiten im Internet gespeichert sind und bei Gelegenheit  flott mal für Facebook mit einem simplen Mausklick freigegeben werden können, damit Facebook mir diese Leute zum Kennenlernen auf ihrer Plattform vorstellen kann. Aber an soetwas bin ich dann ja wie gesagt selber schuld, denn es ist gar nicht nötig, soetwas zu tun, denn der Mailaccount funktioniert auch ohne solche Datenpflege einwandfrei.

Ganz anders verhält es sich nun aber mit der Clouderei, wenn man Benutzer eines sogenannten Smartphones ist. Kurz zur Begriffsklärung, weil es da oft zu Missverständnissen kommt: ein Smartphone ist kein besonders kleines Telefon, denn es hat nichts mit dem gleichnamigen Auto zu tun. Auch sind nicht alle Telefone mit Touchscreen oder die von weitem einem iPhone ähneln, ein Smartphone. Ein vollwertiges Smartphone ist ein Mobiltelefon, dass sich mittels eines applikationsgesteuertem Betriebssystem in seiner Funktionalität individuell zusammenstellen und auf den Benutzer zuschneiden lässt. Unverzichtbar ist dafür ein Internetzugang. Das klingt verlockend und erscheint sehr nützlich und ist in seiner Konzeption in etwa daher vergleichbar mit der Idee des Kommunismus, denn was allen nützt, kann ja niemandem schaden. Jede Firma kann Applikationsoftware herstellen, die auf das jeweilige Betriebssystem passt, und alle Vorteile des PC überträgt man quasi auf das Handy. Leider hat der Kapitalismus auch hier wieder eine Möglichkeit gefunden, die Früchte des virtuellen Garten Edens sauer und bitter werden zu lassen.
Die drei großen Anbieter im Smartphone-Betriebssystembereich sind derzeit Apple, Microsoft und android. Apple macht seine ganze technische Infrastruktur ausschließlich für die eigenen Geräte und ist somit ein geschlossenes System. Wer gerne sklavisch von einem einzigen Anbieter abhängig ist und sogleich nur noch Apple-Produkte nutzen möchte, ist hier sicher gut aufgehoben. Ähnlich verhält es sich mit Microsoft, die zwar keine eigenen Endgeräte herstellen, aber mit Nokia und htc zwei sehr stark am Markt positionierte Partner hat. Nokia hatte vermutlich die Wichtigkeit eines solchen Applikationsbetriebssystems unterschätzt, und htc hatte in seiner Sparte immer schon Platz für Windows. Für alle anderen bietet android den Zugang zur applikationsgesteuerten, smarten Welt. Es sieht sich selber als Offenstes dieser drei Systeme an, was in etwa so viel bedeutet wie das kälteste Lagerfeuer zu sein. Denn was auf dem ersten Blick so aussieht wie eine freie Auswahl für den fröhlichen Endkunden ist im Grunde nur eine dreifache Variante des Holzweges. Jedenfalls wenn man es aus der Sicht eines Menschen betrachtet, der seine Kontakte und Privatsphäre nicht gerne ins Worldwideweb laden möchte, nur um sein Mobiltelefon zu benutzen.

Aber genau das ist leider bei all diesen Systemen der Fall. Apple hat mit dieser Paranoia seinerzeit angefangen, als es darum ging, den Kampf gegen die Raubkopierer und Softwarepiraten zu gewinnen. Deswegen wurde jedwedes freie Datenformat gebannt, wie zum Beispiel das mp3-Format. Man muss nun alle seine mp3-Dateien über iTunes importieren, und am besten über den iTune-Shop beziehen, um darauf auch problemlosen Zugriff zu erhalten. Da alle Apple-Geräte einen fest installierten, nicht erweiterbaren Speicher haben, gelangt man irgendwann vermutlich an die Grenzen jenes Speichers, so scheint es vom Hersteller gewollt zu sein. Und da kommt dann die Cloud ins Spiel. Apple bietet an, alle seine Dateien doch in der Cloud zu speichern, die ganzen persönlichen Termine und Kontakte doch am besten gleich mit! Eine Software zur Synchronisation am PC, wie man es von den älteren Nichtsmartphones kennt, gibt es nicht, und iTunes ist ja nur für Mediendateien gedacht. Nicht einmal Bilder kann man über den PC auf sein iPhone ohne weiteres kopieren, und vom iPhone selber kann man nur die selbstaufgenommenen Fotos herunterziehen. Außer natürlich, man speichert es in der Cloud und fragt es mit kompatiblen Geräten dann ab. Bei Microsoft funktioniert das ziemlich ähnlich. gleich zu Beginn muss man sich einen Microsoft-Live-Account zulegen, das Handy ist sonst allenfalls offline nutzbar (xbox360-User kennen das bereits …). Ungefragt lädt dann Microsoft sämtliche Kontaktdaten und Termine erst einmal in seine Internet-Cloud und synchronisiert das Handy mit dem Account im Internet. Verhinderbar ist das nicht, allenfalls lassen sich spätere Synchronisationen entautomatisieren, indem man sie manuell vornimmt. Immer erforderlich ist dafür der Microsoft-Live-Account. Statt iTunes benötigt man für seine Mediadateien eine Software namens Zune, und nicht nur der Name ist sehr ähnlich. Android hat genauso viel Respekt vor den eigenen Kontakten und Kalendereinträgen, nämlich gar keinen. Google – hier gmail – macht im Grunde genau dasselbe. Will man keinerlei Mediendateien über sein Handy benutzen – also Musik, Video, ebooks – dann braucht man kein Google-Account, aber den meisten Nutzern wird es schwerfallen darauf zu verzichten. Ebenso ist der Zugang für Applikationen zu den eigenen Daten – unabhängig, ob dieser Zugang notwendig ist – nicht zu verhindern, wenn man diese Applikationen nutzen will, sie lassen sich sonst nicht installieren. Es ist dann so, wie wenn man sich weigern würde die AGB anzuerkennen und das kennt man ja generell von der Installation bei Fremdsoftware.

Alles wird einem also in die Cloud gepumpt, seien es die eigenen Dateien oder eben seine eigenen Daten. Dass man dadurch die Kontrolle über diese Daten aufgibt, wird den meisten Nutzern wohl erst mit der Zeit bewusst. Zum Beispiel, wenn mal ein großes Softwareupdate ansteht, das dann zentral vom Anbieter durchgeführt wird. Oder wenn Software deinstalliert wird, ohne dass man es mitbekommt, denn diese Möglichkeit haben die Herren der Betriebssysteme und sie wurde in der Vergangenheit auch schon genutzt. Noch schlimmer fast ist aber, dass man im Prinzip immer von einem System abhängig ist, wenn man sich mal für eins entschieden hat. Denn selbstredend sind die Systeme nicht miteinander kompatibel, und wer umsteigt, kann seine ganzen Daten neu einpflegen. Ebenfalls werden dann alle Kontakt- und Termindaten dem neuen Anbieter mitgeteilt, aber der weiß sie mittlerweile vermutlich ohnehin schon von anderen Quellen aus dem Internet, denn da sind sie ja bereits lange genug gewesen. Oder Freunde haben ihre Kontaktdaten fleißig geteilt, in denen man auch vorkommt.

Mir fällt in dem Zusammenhang diese staatliche Behörde ein, die damals in unseren fünf neuen Bundesländern existierte, als das noch keine fünf neue Bundesländer waren. Die hießen damals noch „ehemalige sowjetisch besetzte Zone“ oder kurz DDR. Die Behörde war zuständig für die Staatssicherheit, und da auch der Ostdeutsche Abkürzungen liebte, nannte alle Welt sie einfach Stasi. Die hatte die Aufgabe, von allen Bürgern des Landes, und nach Möglichkeit auch der Nachbarländer, besonders des westlichen Anrainerlandes, möglichst viele Daten zu sammeln, auszuwerten und zu archivieren. Unglaublich, aber wahr – damals gab es noch eine eigene Behörde dafür! Heute macht jeder das selber mit seinem Smartphone. Denn früher oder später wird auch der letzte Nutzer eins haben.

Und wenn das Bargeld abgeschafft wird zugunsten der online-Bezahlsoftware mittels Handy, brauchen wir auch keine Banken mehr, denn das machen dann Apple, Google und Microsoft auch für uns.
Vor knapp zehn Jahren haben wir uns bei Mobiltelefonen echt nur Sorgen gemacht, dass uns die Strahlung womöglich das Hirnwasser zum Kochen bringt …

Lies das mal

 

Super guter GRUSEL - KRIMI !

 

Sechs

von Thomas Gast


Eine grausame Mordserie versetzt die Bevölkerung einer Kleinstadt in helle Aufruhr. Die Morde, jeder einzelne gleicht einem Horrorszenario, zeugen von abgrundtiefem Hass und von der ungezügelten Lust des Täters, seine scheinbar wahllos ausgewählten Opfer bis zum bitteren Ende leiden zu lassen.

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Fundstück ...

Dr. Nfish

Beim Niesen setzt das Herz aus.

Sind wir satt, hören wir schlechter.

Täglich atmet man ca. 700.000 eigene Hautschuppen ein.

Ein Blauwal-Herz ist so groß wie ein VW-Käfer.

 

Lektionen

No. 84

Der Mensch wird mit 300 Knochen geboren, hat aber als Erwachsener nur noch 206.

 

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