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Bewahre uns vor Leuten, die Regie über unser Leben führen möchten.

 

nach Peter E. Schumacher (1941-2013), Publizist

 
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Schluss mit lustig

Mark Medlock zieht die Reißleine

Es gibt viele Arten, mit einem Künstler umzugehen - angefangen von weichen Knien und aussetzendem Denkvermögen über die normale Bitte um Autogramm und Foto bis hin zur Befriedigung des eigenen Geltungsbedürfnisses. Mit einem "Promi" gesehen zu werden hebt das Selbstwertgefühl - und das gönnt man dann auch keinem anderen. Vermutlich kann jeder Künstler ein Lied davon singen - in unterschiedlichen Ausprägungen. Solange der Künstler das Spiel mitspielt und seinen Fans diese Wünsche erfüllt, ist vorerst alles in Butter. Aber wehe, man kommt so nicht an sein Ziel, nämlich, immer näher an den Star heranzukommen und eine Art "Freundschaft" zu erzwingen ... da werden Krallen und Reißzähne ausgefahren, wo man keine vermutet hätte.
Wie wichtig sind denn nun Fans für einen Künstler? Eine solide Fanbase ist das A und O. Fans tragen den Künstler, geben ihm die Bestätigung, die er braucht, sorgen für Charterfolge und füllen die Hallen. Die Fanbase eines Stars lässt sich treffend mit der Gaußschen Verteilungskurve (auch Glockenkurve genannt) beschreiben: ein breiter Mittelbereich, in dem sich die meisten Fans wiederfinden - sie fahren zu nahegelegenen Auftritten, kaufen CDs oder DVDs und plakatieren ggf. ihre Zimmerwände mit Postern. Allerdings hat diese Glockenkurve auch noch zwei Extrempunkte. Da finden sich auf der einen Seite die Fans, deren Unterstützung für den Star weit über das normale Maß hinausgeht, auf der anderen Seite - jede Medaille hat ja auch ihre Kehrseite -  ehemalige Fans, die sich vom Künstler abgewandt haben, weil sie nicht erreichen konnten, wonach das eigene Ego so dringend verlangt hat, nämlich die Aufwertung der eigenen Person durch die Aufmerksamkeit einer bekannten Persönlichkeit. Und genau da liegt auch der Grund, warum sie es nicht bis in den näheren persönlichen Bereich des Stars geschafft haben - weil es ihnen nicht um den Künstler geht, sondern lediglich um sich selbst. Aber auch ein Künstler ist vor allen Dingen ein Mensch, das wird gern vergessen. Ein Mensch mit Gefühlen, Gedanken und guten und schlechten Tagen. Er steht auf der Bühne und lässt das Publikum für die Zeit seines Auftritts in eine andere Welt entfliehen - der Mensch hinter dem Künstler tritt für diese Zeit in den Hintergrund. 
Jede Fanbase ändert ihre Mitglieder im Laufe der Zeit - mal kommen neue Fans hinzu, mal springen andere ab. Normalerweise ist es so, dass man, wenn man sich für einen Künstler nicht mehr interessiert, diesem auch keine Aufmerksamkeit mehr schenkt, weil andere Dinge in den Fokus gerückt sind. Das gilt jedoch nicht für unseren zweiten Extrempunkt. Dort finden sich Personen wieder, die nicht einfach die Tür hinter sich zu machen können, weil sie kein Interesse mehr an der Person auf der Bühne haben, nachdem sie nicht erreichen konnten, was sie sich vorgestellt hatten. Diejenigen bleiben in der Fanbase, allerdings nicht, um den Künstler zu unterstützen, sondern um ihn zu bekämpfen - Rachegelüste, weil er ihnen nicht die persönliche Aufmerksamkeit oder gar seine Freundschaft geschenkt hat. Jedem Normalbürger gesteht man zu, sich seine Freunde auszusuchen, Sympathien und Antipathien zu haben und engere Freundschaften einzugehen mit Menschen, denen er vertraut. Aber Freundschaft muss über einen langen Zeitraum wachsen, wobei Vertrauen eine überaus wichtige Rolle spielt - man kann sie weder erzwingen noch erkaufen. Da diesen "Fans" aber nicht der Mensch hinter dem Künstler XY wichtig ist, sondern nur die Person, die auf der Bühne steht, über den roten Teppich läuft und sich in der Welt der Prominenten bewegt, verschwenden sie keinen Gedanken daran, was für diesen Menschen selbst wichtig ist.
Aktueller Anlass dieser Betrachtungen ist die Bekanntgabe eines Künstlers, seine Karriere beenden zu wollen, weil genau dieser Teil der Fanbase ihm und den Menschen in seiner Umgebung zu sehr zugesetzt hat. Mark Medlock sieht sich dem Druck, der von diesen Anti-Fans auf ihn und seine engste Umgebung ausgeübt wird, nicht mehr gewachsen, und gab deshalb vor zwei Tagen bekannt, den Aktivitäten dieser Personen keine Plattform mehr zu bieten. Nicht, weil der Erfolg ausgeblieben wäre, sondern weil er diese zum Teil in kriminelle Machenschaften ausufernden Anfeindungen seiner Familie und engsten Freunden nicht mehr zumuten will. Ein Künstler ist eben in erster Linie ein Mensch und kein virtuelles "Produkt", und ein sensibler dazu, denn ohne diese Sensibilität hätte dieser nicht dauerhaft den Erfolg, der ihm geneidet wird.

 

 

Wie konnte es dazu kommen? Im Sommer 2007 betrat Mark Medlock die Bühne und konnte sehr schnell auf eine sich rasch vergrößernde Fangemeinde zurückgreifen. Elf Gold- und vier Platinauszeichnungen folgten im Laufe der Zeit, dazu der "Echo" 2008 als bester Newcomer des Jahres national und der "Comet" 2008 als bester Newcomer sowie 2009 und 2010 jeweils als bester Künstler. Aber mit dem Erfolg kommen auch die Neider - dazu der ständige Stress durch viele aneinandergereihte und manchmal geographisch nicht wirklich günstig gelegte Auftritte, vorangehende Proben, dazwischen Studiotermine für die CD-Aufnahmen, Pressetermine und und und ... Auch wenn ein Künstler in seinem Bereich aufgeht und das, was er auf der Bühne darstellt, mit dem Herzen tut, zehrt es - physisch wie psychisch. Dazu kamen private Rückschläge wie beispielsweise der Wohnungsbrand im Sommer 2010, bei dem vieles verlorenging, das materiell nicht ersetzbar ist. Im künstlerischen Bereich setzten ihm Auftritte in Gegenden zu, die wenig Verständnis für seine dunklere Hautfarbe oder sexuelle Orientierung haben - er hat diese Auftritte trotz Kenntnis der schwierigen Umstände immer wieder absolviert, um die Fans nicht zu enttäuschen. Der künstlerisch notwendige Wechsel der Plattenfirma und des Managements machte ihm ebenfalls mehr zu schaffen, als man von außen vermuten konnte. All dies führte schließlich dazu, dass Medlock zu einem scheinbaren Hilfsmittel griff, um die Tage zu überstehen und für seine Fans trotzdem fit zu sein - das öffentliche Geständnis, zu Drogen gegriffen zu haben, folgte im Sommer 2012. Die Zeit des anschließenden Entzugs war ein harter Weg, nicht nur für sich und sein enges Umfeld, sondern auch für seine Fans, die seine Veränderung, die mit Drogenkonsum - selbst in leichter Form - einhergeht, auch wahrnehmen mussten, aber trotzdem hinter ihm standen und ihm den Rücken stärkten. Zu dieser Zeit setzte er eine Person als Managerin ein, der er hundertprozentig vertraute und die auch in schweren Zeiten immer für ihn da war - bei der er sicher sein konnte, dass in seinem Sinne gearbeitet werden würde. Diesen Schritt nahmen ihm seine "Anti-Fans" endgültig übel, sahen sie sich doch schon selbst in der Position und damit einen großen Schritt weiter in der Welt der VIPs. Dass seine Wahl genau richtig war, zeigte sich schnell - die Eifersuchtsattacken gegen seine Managerin und auch gegen ihn wurden jedoch zunehmend schlimmer und gipfelten schließlich in Morddrohungen gegen ihn selbst und auch gegen die Familie, die ihm immer Rückhalt gegeben hatte. Das war schließlich auch Auslöser, der ihn zu seiner Entscheidung bewogen hat, seine Karriere aufzugeben - er kann und will diesen Druck den Menschen, die ihm wichtig sind, nicht länger zumuten. Allerdings soll das Karriereende sich nur auf Deutschland beziehen - seine Fans dürfen also hoffen, dass ihnen ihr Star erhalten bleibt:

Auszug aus einem Interview mit NDR 1 vom 23.04.2013: "Was Deutschland betrifft, definitiv war das mein Ernst. [...] ... dieser Neid von der anderen Seite, nur weil Conny ne Managerin ist. [...] ... und seit ich mit Conny wirklich in dem Business zusammen bin, ist dieser Hass und dieser Neid so groß und gefährlich geworden, dass ich definitiv hier in Deutschland sage, ich schmeiß' die Karriere hin. Das heißt nicht, dass ich sie im Ausland hinschmeiße. Aber definitiv ist auch musikalisch für mich hier in Deutschland nichts mehr zu erreichen, grad weil ich mich auch so gegen die Plattenfirmen gestellt habe ..."

 

 

 

 

Für alle Fans, die Mark Medlock noch einmal live erleben und ihm zeigen wollen, dass sie weiterhin hinter ihm stehen, gibt es aktuell noch zwei Möglichkeiten:

Vernissage mit Autogrammstunde

Wann: Samstag, den 27.04.2013

Wo: Brillengalerie Dejorie - Westerland/Sylt

Wann: 16.00 Uhr

 

Abschiedskonzert

Wann: Dienstag, den 30.04.2013

Wo: "Alter Kursaal" - Westerland/Sylt

Wann: 19.00 Uhr

Karten gibt es hier.

Jedoch verabschiedet er sich aus Deutschland nicht "sang- und klanglos" - sein neues Album "Voices" steht bereits in den Startlöchern und soll im Mai auf den Markt kommen. Das von ihm kreierte Parfum "Black Feather" ist weiterhin über Amazon zu beziehen. Bestellbar hier.

Und auch, wenn er Deutschland den Rücken kehrt, wird er sicher weiter von sich hören lassen und auf eine solide Fangemeinde bauen dürfen.

Wie eingangs erwähnt, haben nahezu alle Künstler mit ähnlichen Problemen zu kämpfen - bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein paar dieser "Anti-Fans" irgendwann mal dahinter kommen, dass das, was sie veranstalten, gegen einen sensiblen Menschen aus Fleisch und Blut gerichtet ist und nicht gegen ein virtuelles Produkt, das nur auf der Bühne existiert. Mit dem Versuch, sich selbst in die Rolle des Künstlers hineinzuversetzen, würde jedem klar werden, dass man selbst so etwas niemals würde erleben wollen - aber dazu bräuchte es zumindest einen Funken Einsichtsfähigkeit und wenigstens im Ansatz vorhandenes Denkvermögen.

 

Lies das mal

 

Super guter GRUSEL - KRIMI !

 

Sechs

von Thomas Gast


Eine grausame Mordserie versetzt die Bevölkerung einer Kleinstadt in helle Aufruhr. Die Morde, jeder einzelne gleicht einem Horrorszenario, zeugen von abgrundtiefem Hass und von der ungezügelten Lust des Täters, seine scheinbar wahllos ausgewählten Opfer bis zum bitteren Ende leiden zu lassen.

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Fundstück ...

Dr. Nfish

Beim Niesen setzt das Herz aus.

Sind wir satt, hören wir schlechter.

Täglich atmet man ca. 700.000 eigene Hautschuppen ein.

Ein Blauwal-Herz ist so groß wie ein VW-Käfer.

 

Lektionen

No. 110

Western ohne Indianerüberfall auf den obligatorischen Wagenzug nach Westen waren lange Zeit nicht denkbar. Laut US-Kriegsministerium sind aber tatsächlich von mehreren hunderttausend Einwanderern nur 168 bei Indianerüberfällen umgekommen, wobei die meisten davon die Angreifer provoziert hatten, weil sie die Jagdgründe der Indianer unberechtigt betreten hatten.

 

 

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