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Bewahre uns vor Leuten, die Regie über unser Leben führen möchten.

 

nach Peter E. Schumacher (1941-2013), Publizist

 
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Noch mehr Neues aus der Schattenwelt

oder

Das ist mir zu blöd - Media Markt

 

An dieser Stelle möchte ich erneut nicht damit geizen, meine Erfahrungen als Weltenbummler und Kaufhaustester kundzutun. Denn nicht nur der OBI hat schöne Töchter und kesse Biber, nein, auch der Media Markt muss sich nicht hinter den Fürsten aus der Schattenwelt verstecken. Bezeichnend ist ja, dass der Metro-Ableger bevorzugt mit Komikern wirbt, was aber offenbar eher dem Selbstschutz als der Zielgruppenallokation dient. Denn man stelle sich vor, was das für ein Spektakel wäre, wenn Olli "Dittsche" Dietrich mal unplugged und angezecht über seine Einkaufserlebnisse ohne Kamera vom Leder ließe oder der Mario Barth mal nicht nach Drehbuch dort einkauft! Aber so kommt Marios Laden ja gut ungeschoren davon, und seine Freundin kriegt weiter die Comedy-Senge. Denn denen wäre sonst sicher das gleiche passiert wie mir neulich:

 

Ich kaufe ja bekanntlich gerne DVDs. Falls das den werten Lesern nun doch nicht so bekannt sein sollte, liegt das daran, dass ich bisher es versäumt habe, mal davon zu berichten, was mir sehr leid tut. Aber Gucken ist eben leichter als Schreiben. Und da es ja so viele tolle Sachen zu gucken gibt - aber ich sehe, ich weiche ab.

Zurück zum Thema. Dass der Media Markt reichlich überteuert ist und sein geschultes Personal auch eher streetwise als bookwise ist, mag sicher die wenigsten nun kalt erwischen, aber hin und wieder hat er dafür auch mal einige Schnäppchenangebote gerade im Bereich der Unterhaltungsmedien, die wirklich als lohnenswert gelten können, sofern sie noch verfügbar sind. Aber ich muss sagen, irgend etwas gibt es immer, mit dem man sich dann eindecken kann, gerade im Bereich der DVD-Serienstaffelboxen, für die ich eine große Schwäche habe, wenn es sich dabei um die richtige Serie handelt.

Nun hat der Media Markt ja wiederum seinerseits eine Schwäche dafür, die Daten seiner Kunden möglichst nervtötend, störend und grundsätzlich nutzlos zu erheben. Als sei es nicht genug, dass man schon mit Scheckkarte zahlt, wird man gewöhnlich (meist samstags) noch nach seiner Wohnsitz-Postleitzahl gefragt, "aus statistischen Gründen". Wohl eher, um der Laufkundschaft nachzuspionieren, die nach dem besten Preis der Stadt suchen. Denn den gibt es trotz gültigen Prospektes nicht in jedem Media Markt.

Aus statistischen Gründen sage ich dann auch immer irgendeine Postleitzahl, die mir in den Sinn kommt, warum auch nicht, ich bin ja nicht auf dem Amt. Genauso verhält es sich nach der inzwischen eingeführten Frage nach dem Geburtsjahr, wenn ich mich erdreiste, einen Artikel erwerben zu wollen, der "FSK ab 18" ist. Wer Solches im Sinne hat, der soll eben auch an der Kasse dazu stehen, sagt sich da Marios Laden eben. Aber ich bin ja da auch gut im Datenerfinden, zumal es viel leichter ist, ein Geburtsjahr > 18 jahreszahlenmäßig aus dem Ärmel zu schütteln, als eine gültige Postleitzahl. So ging das die letzten Monate, seit der Media Markt diese Art der Volkszählung betreibt, auch ganz leidlich, und manchmal war es sogar lustig, zum Beispiel als die Bedienung mir das mit dem Geburtsjahr 1991 doch rein mimikmäßig ordentlich angezweifelt hat, aber die Kasse hat es ja angenommen, und das ist ja der Sinn der Sache, weil wenn Kassa nix Fehlermeldung, dann nix Mekka von Scheff. So hat mir das mal ein fremdsprachenpraktizierender ausländischer Mitarbeiter im Media Markt erklärt. Und da ich gewöhnlich kooperativ geworden bin, weil es heutzutage nun mal nicht mehr auszureichen scheint, an der Kasse einfach nur seinen Kram bezahlen zu wollen, ich Selbigen aber erwerben möchte, füge ich mich eben in dieses System ein, ich muss es ja nicht unterstützen.

Bis neulich jedenfalls. Da hat der Media Markt sich etwas Neues ausgedacht, wieder mal gewiss nur, um mich - und zwar mich genau - zu ärgern. Ist eben nicht mein Laden. Sagt der Mario ja auch dauernd, sondern seiner eben. Und der kommt aus dem Osten, der hatte ja da nüscht. Aber da kann der Mario nichts für. Dafür bekommt er von der Metro jetzt sein Begrüßungsgeld, und das sei ihm auch gegönnt. Mich hat der Mario ja noch keine nervigen Sachen gefragt, obwohl er sich als Ostbote sicher damit auskennen würde. Jedoch, ich schweife wieder ab, man möge es mir nachsehen. Ich bin halt nicht mehr der Jüngste, auch wenn mir der Media Markt das bis heute angeblich nicht glaubt.

Jedenfalls hat der nun dreist sein Angebot an perfiden Fragen erweitert, und zwar klammheimlich. Man sollte meinen, dass es ein Gesetz geben müsste, dass vorschreibt, entsprechende Warntafeln im Kassenbereich aufzustellen, aber scheinbar ist da auch der Gesetzgeber kalt erwischt worden wie seinerzeit mit dem Internet. Denn letzte Woche versuchte ich im Rahmen einer dieser besagten Schnäppchenaktionen die erste Staffel der US-Serie "Californication" zu erwerben, welche das FSK-Label "ab 18" trägt. An der Kasse rechnete ich mit der obligatorischen Jahreszahlfrage, und als die Kassiererin fragte: "Geburtsdatum?", antwortete ich prompt "1984". Das fand ich witzig, wegen Orwell und so. Aber sie sagte da:" Nein, ich brauche das vollständige Geburtsdatum!" Das fand ich da wirklich unverschämt. Weil ich ein schlechter Lügner bin, wenn ich mich ärgere, versuchte ich die Sache mit Logik beizulegen. "Wieso fragen Sie mich denn auch noch nach meinem Tag? Erwecke ich den Eindruck, dass es so knapp sein könnte mit der Volljährigkeit?"

Die arbeitsame Fachkraft für Kassiertätigkeit ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen: "Ich muss da jetzt ein Geburtsdatum eingeben, das geht sonst nicht weiter!" "Ja, dann geben Sie doch ein Geburtsdatum ein. Muss ja nicht meins sein. Nehmen SIe doch das heutige Datum und die 1984. Vielleicht spuckt die Kasse ja noch einen Gutschein für mich aus!" Die arme Knechtin des Systems wurde nun selber verzweifelt: "Ich muss da jetzt Ihr Geburtsdatum eingeben, sonst geht das hier nicht weiter!" Hinter mir standen bereits viele Leute. Einige hatten Bärte. Mir wurde die Sache auch langsam zu bunt, und die bedauernswerte Besitzdienerin am Kassentresen war ja in der Tat nur Bedacht, ihren Job zu tun, wer weiß, sie hatte vielleicht Kinder, die hungerten, einen kranken Mann oder war spielsüchtig. Ich wollte ihre Existenz ja nicht gefährden, denn wer weiß, womöglich sitzen im Chefbüro hinter verspiegeltem Glas gleich neben der Kassenzone die Aufseher des Metrokonzerns, die mit grimmer Miene über den Kundenfluss an den Kassen wachen, und wenn es da mal "nicht weitergeht", dann gibt es vermutlich eine Woche Straflagerarbeit im Schallplattenarchiv ohne Lohnfortzahlung. Und Kameras sind ja auch überall, da werden womöglich dann die Kundengespräche an der Kasse ausgewertet, und ich bringe die arme Frau noch in Teufels Metroküche, weil sie es nicht geschafft hat, mich von dem tollen Geburtsdatenfishingsystem zu überzeugen. Daher brachte ich ein kleines Opfer für mich, aber ein großes für die Belegschaft des Metrokonzern, personifiziert in dieser gebeutelten Kassiererin: Ich entschloss mich - obwohl es meine Privatsphäre verletzt und mich Überwindung kostete - die Californication-DVD NICHT zu kaufen. Ich hatte ja noch die 2. Staffel von "My Name is Earl", die war Gott sei Dank schon ab 16, und da musste das System keine Eingabe bekommen. Aber ich verlasse mich nicht darauf, dass das so bleibt. Gleich morgen, wenn ich wieder Geld auf dem Konto habe, fahre ich in die Media Märkte und kaufe alle Serien, die ich toll finde und die ab 16 sind, auf - wer weiß, wie lange das noch geht in diesem Konsum-Glashaus. Und wenn ich den Mario mal in seinem Laden treffe, frag ich ihn erst mal nach seinem Geburtsdatum. Sollen die doch lieber wieder mit "Ton, Stein, Scherben" -Liedern werben. Aber mit den richtigen diesmal!

 

Zur Vorgeschichte geht es hier.

Lies das mal

 

Super guter GRUSEL - KRIMI !

 

Sechs

von Thomas Gast


Eine grausame Mordserie versetzt die Bevölkerung einer Kleinstadt in helle Aufruhr. Die Morde, jeder einzelne gleicht einem Horrorszenario, zeugen von abgrundtiefem Hass und von der ungezügelten Lust des Täters, seine scheinbar wahllos ausgewählten Opfer bis zum bitteren Ende leiden zu lassen.

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Fundstück ...

Dr. Nfish

Beim Niesen setzt das Herz aus.

Sind wir satt, hören wir schlechter.

Täglich atmet man ca. 700.000 eigene Hautschuppen ein.

Ein Blauwal-Herz ist so groß wie ein VW-Käfer.

 

Lektionen

No. 36

Im ersten Werbespot im deutschen Fernsehen traten am 3. November 1956 die Schauspieler Beppo Brem und Liesl Karstadt auf. Die Geschichte handelte von einem Schlossgespenst, und dessen weißes Laken war mit Persil gewaschen.

 

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